Wir können uns um Menschen kümmern? Beweisen wir es!!“

Wir haben bei der Niedersachsenwahl eine Schlappe kassiert. Da brauchen wir nichts zu beschönigen oder drum herumzureden. Wir haben versagt. Einige Gründe dafür habe ich hier dargestellt, den wichtigsten Punkt jedoch irgendwie gar nicht erst angerissen: Wir sind nicht aktiv genug, wenn es um die für etliche Wähler wichtigen Belange geht. Die habe ich mal in diesem Artikel angerissen. Auch von Leiharbeit ist da die Rede.

Immer mehr Menschen werden in Leiharbeit gezwungen, sei es durch Jobcenter, pure Not oder weil es die Politik zu Gunsten der Arbeitgeber einfach immer leichter macht, Menschen in sklavenähnliche Beschäftigungsverhältnisse zu bringen. Leiharbeiter haben keine für sie zuständige Gewerkschaft, keine Partei kümmert sich überhaupt wirklich um ihre Belange. Somit ist es sehr einfach, ihre Rechte immer weiter zu beschneiden.

Nun eine frohe Botschaft: Die Leiharbeiter beginnen sich zu wehren. Auf Facebook hat sich eine Initiative gegründet, die aus Leiharbeitern besteht und für die Rechte der Leiharbeiter kämpft. Ich folge dieser Initiative schon seit einigen Monaten. Die Webseite findet ihr hier: http://www.leakleiharbeit.de/. Noch handelt es sich nur um wenige Leute aus Nürnberg, aber die Bewegung wird immer größer und es ist damit zu rechnen, dass es bald eine Bundesweite Aktion wird. Auf jeden Fall sollte die Petition für gleiche Bezahlung von Leiharbeitern unterschrieben werden.

Als Piraten sind wir mal angetreten um für soziale Gerechtigkeit, besser gesagt: Gerechtigkeit im Allgemeinen einzutreten. Hier haben wir eine großartige Möglichkeit. Lasst uns diese Initiative unterstützen, auch in anderen Bundesländern diese richtige und wertvolle Bewegung verbreiten. Denn wie sehen denn die Fakten aus? Unternehmen setzen zunehmend ihre Mitarbeiter unter Druck, beschneiden ihnen die Rechte und wenn die Mitarbeiter sich wehren werden sie durch „rechtloses Menschenmaterial“ in Form von Leiharbeitern ausgetauscht.

Wir Piraten sind auch angetreten, um für alle Menschen eine bessere Zukunft zu gestalten. Dazu gehören auch die Leiharbeiter, die jedoch in kaum einem Unternehmen eine wirkliche Berufszukunft haben. Wie sang schon Hannes Wader: „Heute hier, morgen dort“ (wenn auch in anderem Zusammenhang). Diese vier Worte treffen für die große Masse der Leiharbeiter den Nagel auf den Kopf. Sie haben meist nicht mal die Möglichkeit, sich auf ihrer Arbeitsstelle ein soziales Umfeld zu schaffen, die Zeit dafür ist einfach zu kurz.

Aber zurück zu der Nürnberger Initiative, die sich „LeakLeiharbeit“ nennt: Ihr könnt bei Benny Flyer bestellen und diese Verteilen. Bestellen könnt ihr die unter flyer@leakleiharbeit.de. Da bekommt ihr dann im Anhang die Flyerdatei zum Ausdrucken. Oder ihr teilt ihm eure postalische Adresse mit, dann schickt er euch die Flyer per Post. Die Adresse lautet:

LeakLeiharbeit
Doppelmayrweg 65

90469 Nürnberg

Dazu aber bitte eine Briefmarke im Wert von 1,45 € beilegen. Leiharbeiter verdienen sehr wenig und diese Initiative wird von niemandem finanziell unterstützt. Also ist das wohl verständlich. Dafür ist es aber bemerkenswert, was die Leute schon auf die Beine gestellt haben.

Ich habe Flyer bestellt und sie sind auf dem Weg zu mir. Ich denke, dass ich sie am Alex verteile, direkt vor der Filiale von ADECCO, einem der größten Leiharbeitsunternehmen.

So. Zum Abschluss möchte ich alle Piraten noch mal bitten, sich an der Sache zu beteiligen. Wie gesagt: Nutzen wir unsere Chance, uns um einen immer größer werdenden Teil der arbeitenden Bevölkerung zu kümmern. Dafür sind wir mal angetreten. Jetzt können wir zeigen, dass wir nicht nur Personalquerelen, sondern auch Solidarität können. Es wird Zeit, etwas zu unternehmen. Und zu zeigen, dass die Piraten wirklich was bewegen können und wollen.

Stellungnahme der Berlin-Pankower Crew „Schrödingers Katze“ zum Download:

https://www.dropbox.com/s/w6zi8qp4elvcwwg/LeiharbeitText1.doc

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4 Gedanken zu „Wir können uns um Menschen kümmern? Beweisen wir es!!“

  1. Leiharbeit mag gute und schlechte Seiten haben, ich will nicht wertend schreiben. Nur sollte sich einmal darüber Gedanken gemacht werden welche Folgekosten gerade durch diese Beschäftigungsform auf die Allgemeinheit zu kommen. Krankenkosten die um ein vielfaches höher sind als normalerweise, Burn Out, Depressionen sind bei Leiharbeitern im Vergleich zu normalen Beschäftigten um 117 % gestiegen seit 2008, die SUizidrate um 27 % die Krankentage sind auch höher, ( nicht umsonst zahlen ZAF einen erhöhten Beitrag bei den Berufsgenossenschaften) Die Unfallgefahr ist höher, Das alles kostet den Steuerzahler Geld, Später beim Eintritt ins Rentenalter haben die wenigsten LAN eine Rente die die Grundsicherung übersteigt also muss wieder der Steuerzahler herhalten. Für Kosten die vermeidbar sind. Wenn ich dann zu hören bekomm Ja ihr bekommt doch Einkommensteuer zurück, ha ha ja würde ich bekommen wenn ich denn Einkommenssteuer zahlen würde aber die 20 € im Monat bringen im Verhältnis zu den Kosten die ich später mal verursache nicht wirklich was. Ich sags mal so ich würde mit Freuden 1000€ Lohnsteuer jeden Monat zahlen, ohne Muurren, würde sogar auf eine eventuelle Rückzahlung verzichten, Denn mit 1000€ Lohnsteuer verdiene ich genug um privat in jeder Hinsicht vor zu sorgen.
    Ich habe gesprochen

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    • Ich gebe dir absolut recht. Ich hoffe sehr, dass du hier unterstützend mitmachst diese Sauerei zu beenden. Die LeiharbeiterInnen haben ein recht auf menschenwürdige Arbeit, Bezahlung, Behandlung und Altersabsicherung. Nur leider scheint das in der derzetigen Politik niemanden zu interessieren, Hauptsache, dieStatistiken können geschönt und das Ganze als Erfolg verkauft werden.

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    • Hallo Benny, die Flyer sind angekommen. Danke dafür. Sie sind in einer sehr guten Qualität und wirklich sehr gelungen. Alles weitere hier in Berlin übernehme – bis auf weiteres – ich, ich hoffe, ich kann eine breite Anzahl Piratenmitglieder dazu bewegen, hierbei mitzumachen. Ich halte dich per Mail auf dem laufenden.

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