Amazonischer Sklavenhandel

Amazon. Ein Firmenname, der seit Tagen wegen spektakulärer Ausbeutermethoden durch die Medien geht. Ausländische Leiharbeiter wurden unter in Westeuropa undenkbaren Bedingungen „gehalten“. Ach ja, als Krönung wurden sie wohl auch von rechtsradikalen Nazis in ihren Massenhaltungsunterkünften „bewacht“.

Seit Tagen schon versucht Amazon die Wogen zu glätten, den Imageschaden zu begrenzen. Das dürfte schwierig werden. Zwar hat man sich nun von einem Logistikunternehmen getrennt, dass als Subunternehmen tätig war. Großartig. Auch das Wachschutzunternehmen, welches die „Aufseher“ stellte, ist gefeuert worden. Die Welt ist gerettet. Ist sie das? Der Sumpf wird immer größer. Jeden Tag kommen neue Schweinereien ans Licht.

Dass die Firma Amazon auf Ausplünderung derer ausgerichtet ist, die hart für den jährlichen Gewinn schuften, ist die eine Seite. Dafür werden sie schon von etlichen ehemaligen Käufern boykottiert. Dass sie aber auch jene wie Weihnachtsgänse ausnimmt, die die bei Amazon verkauften Waren produzieren, sie nicht wie Partner, sondern eher wie Bittsteller behandelt, sollte nun endgültig das gesamte Unternehmen als Geschäftspartner infrage stellen. Vor allem für die, die diesem Unternehmen jährlich steigende Umsätze bescheren: Den Endverbrauchern, also den Käufern.

Welche neuen Abgründe sich hier auftun erfährt man aus dem Kündigungsschreiben des Ch. Schroer Verlags. Da werden regelrechte wegelagerische Geschäftspraktiken gegenüber den kleinen Verlagen aufgedeckt, die ausschließlich dem Wohle Amazons und seiner Aktionäre dienten. Und die Geschäftspartner nach allen Regeln der Kunst ausschlachtete wie einst ein Anton Fugger den Höchstetter-Konzern.

Was ist das Brisante am „Abschiedsbrief“ des Ch. Schroer Verlags? Dieser Brief zeigt die Abhängigkeit kleinerer Verlage von Amazon auf. Wird der Verlag bei diesem Unternehmen nicht gelistet, gibt es diesen Verlag schlichtweg nicht. Der Ch. Schroer Verlag hat daher großen Mut bewiesen, sich von Amazon loszusagen. Oder wollte man die Gunst der Stunde nutzen und aus „sozialen“ Erwägungen auf weitere Geschäfte mit Amazon verzichten, an denen man eh nichts verdient hat? Auf Geschäfte, bei denen man vielleicht sogar draufzahlte? Die wirklichen Motive für diese fristlose Aufkündigung aller Geschäftsbeziehungen mit Amazon sollten eigentlich egal sein. Fakt ist, dass dieser Brief eine enorme Sprengkraft enthält. Und dass sich noch weitere Unternehmen von Amazon trennen werden. Sei es, dass sie in der selben Situation wie der Ch. Schroer Verlag sind, sei es, dass man einfach nicht seinen guten Ruf beschädigen will.

Die eigentliche Sprengkraft liegt jedoch darin, dass so etwas im Deutschland des Jahres 2013 möglich ist. Verzeihung, ich vergaß die Jahre davor. Hier haben schlicht und ergreifend sämtliche staatlichen Kontrollorganismen so komplett versagt, dass einem vor Schrecken nur die Haare zu Berge stehen. Leider kann man hier nicht mal davon ausgehen, dass das politisch gewollt gewesen sei, es ist einfach nur aus dem Ruder gelaufen. Leiharbeit war früher dazu da, Produktionsspitzen abzufangen. Die Regeln für Leiharbeit waren wesentlich strenger als heute. Sie sind zugunsten der Unternehmen und auf dem Rücken der Arbeitnehmer immer weiter aufgeweicht worden. Kurioserweise im Rahmen der Agenda 2010 eines gewissen Herrn Gerhard Schröder und einer „sozialen“ Partei.

Nun sind den Menschen, hoffentlich auch den Politikern, die Augen geöffnet worden, wohin der ständige Abbau von Arbeitnehmerrechten geführt hat. Deutschland ist ein Paradies für Sklavenhalter geworden. Nun ist die Politik am Zug, die verfahrene Situation wieder umzukehren. Aber erst mal sind – wie üblich – alle Politiker ratlos. Und was tut ein ratloser Politiker? Er prangert an. Und dann??? Sie werden so lange anprangern bis Gras über die Geschichte gewachsen ist. Erst laut, dann immer leiser, bis der deutsche Michl eingeschlafen ist.

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