Morddrohungen – ein absolutes No Go!

Heute Morgen musste ich einen durch Enno Lenze retweeteten Tweet von Oliver Höfinghoff zur Kenntnis nehmen, der mich mehr als erschütterte. Sowohl er als auch Anne Helm werden mit Morddrohungen bombardiert – aus der eigenen Partei!!!

MorddrohungHöfinghoff

Dass hier gewisse Grenzen überschritten werden sollte wohl jedem klar sein. Man kann eine andere Meinung als die beiden haben, aber so etwas ist ein absolutes NO GO! Es kann nicht sein, dass die Diskussion um Annes Dresdener Aktion oder generell um Ansichten der beiden so ausartet. Dass beiden angedroht wird, die Sicherheit und körperliche Unversehrtheit der beiden zu schädigen bis hin zum Mord. Unabhängig davon, dass so etwas Strafbar ist.

Ich verwahre mich entschieden gegen solche Auswüchse in meiner Partei! Wie gesagt: Man kann anderer Meinung sein. Dann hat man immer noch die Möglichkeit, das Gespräch suchen. Selbst wenn das nichts fruchtet weil man, wie es mir mit Oliver auf Twitter erging, abgeblockt wird. Er wird schon seine Gründe dafür haben. Denke ich deswegen daran ihm Schaden an Leib und Leben zuzufügen? Nein.

Eher hoffe ich, dass wir uns einfach mal treffen um die Sache bei einem gemütlichen Bier auszudiskutieren. Glaubt mir: Weder Oliver noch Anne sind schlechtere Menschen als ihr oder ich, sie haben einfach andere Ansichten, die man vielleicht nicht unterstützen oder teilen, wohl aber akzeptieren muss. Und wenn ich eine Meinung nicht akzeptieren kann weil sie meinen Werten komplett entgegen steht (Rassismus oder ähnliches) habe ich immer noch nicht das Recht, die Gesundheit des anderen anzugreifen, schon gar nicht sein Leben! Fakt.

Ich fordere alle Beteiligten dazu auf, wieder „auf den Teppich“ zurückzukehren. Atmet mal tief durch und fragt euch, ob dass der richtige Weg sein kann. Jemandem Schaden zuzufügen, ja selbst eine Androhung dessen, steht meines Wissens auch im kompletten Widerspruch zu unseren Zielen und hat mit zivilisiertem Verhalten nichts mehr zu tun. Fakt.

Lieber Oliver, liebe Anne, ich distanziere mich ausdrücklich von solchen Angriffen auf euch. Sollte ich durch meinen letzten Blogpost dazu beigetragen haben, möchte ich mich hier in aller Form dafür entschuldigen. Für ein absolutes NO GO.

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Bombergate und Bundesvorstand vs. Wahlkampf

Eigentlich hatte ich nach der Wahl der ListenkandidatInnen in Bochum beschlossen, nicht am Wahlkampf teilzunehmen. Warum? Ich zweifelte das Zustandekommen des Wahlergebnisses an. Aber dass nur nebenbei und genaues dazu hier.

Dann hatte ich mich doch auf den Wahlkampf gefreut, der vom Sommer 2013 hatte ein gewisses Suchtpotential entwickelt. Lasst uns die Bude rocken, auch wenn kaum Kohle dafür da ist! Ich hatte meinen Ärger niedergekämpft. Die Piratenpartei ist meine politische Heimat, ich habe hier viele neue nette Menschen kennen gelernt und irgendwie ist mir die Partei auch zur zweiten Familie geworden.

Dann Anne Helms Aktion in Dresden. Lange hatte ich gehofft, dass sie es nicht war, die dort Bomber Harris für den Tod zigtausender Zivilisten dankte. Sie dankte also einem Mann, der bereits vor dem zweiten Weltkrieg für den Einsatz von Streubomben gegen Araber verantwortlich war, die für ihre Freiheit vom britischen Joch kämpften. Ich hatte gehofft.

Seit einiger Zeit treten immer mehr Piraten aus unserer Partei aus. Viele deshalb, weil sie sehen, dass es extremen Linken gelungen ist, in der Partei Schlüsselpositionen zu besetzen oder als sich als Sprachrohr der Partei zu inszenieren. Piraten gehen unter anderem deshalb, weil sie nicht Teil einer extremistischen Bewegung sein wollen. Nun hat Anne Helm ihre Maske fallen gelassen und eine linksextremistische Aktion gebracht, die an Dummheit kaum zu übertreffen ist. Eine Aktion, von der sich selbst die Femen distanziert haben, als die sie versucht hat aufzutreten.

Sie selbst steht auf Listenplatz 5. Ihre Chancen ins Europaparlament einzuziehen stehen nicht mal schlecht, wenn denn die Piraten genug Stimmen auf sich vereinigen können. Wenn.

Anne Helms Aktion stößt viele Bürgerinnen und Bürger eher vor den Kopf als dass sie das Potential hat, Stimmen zu gewinnen. Liebe Anne: Hast du eigentlich eine Ahnung was es heißt, sich auf Arbeit für dein idiotisches Verhalten rechtfertigen zu müssen???

Das Schlimmste an allem ist aber, dass der Bundesvorstand es vorzieht zu schweigen. Bloß keine Stellung beziehen, sich bloß nicht mit den Extremisten in der Partei anlegen, die könnten ja sauer werden und auf Twitter meckern. So weit ist es mit meiner Partei gekommen. Der Bundesvorstand versucht in bester Kohl- oder Wowereitmanier das Problem auszusitzen. Irgendwann werden sich die Wogen schon beruhigen. Richtig. Irgendwann schon. Spätestens dann, wenn alle gemäßigten Piraten die Partei verlassen haben und niemand mehr da ist, der gegen diese Extremisten was tut.

Inzwischen treten, wie gesagt,  immer mehr Piraten aus Verzweiflung aus der Partei aus. Und was macht unser Vorstand? Drei mal darf man raten: NICHTS!!! Unserem Vorstand scheinen die Beweggründe egal zu sein, die immer mehr Piraten zum Austritt aus unserer Partei bewegen. Dabei ist es der Vorstand, der der Partei Orientierung geben soll. Unser Bundesvorstand ist aber Meilenweit davon entfernt, auch nur ansatzweise irgendeine Richtung vorzugeben. Aber gerade mit diesem Programm ist dieser Vorstand angetreten. Nur im Schweigen ist unser Bundesvorstand scheinbar unschlagbar.

Derzeit übernehmen immer mehr Landesvorstände die Aufgabe des Bundesvorstands indem sie sich positionieren und versuchen, ihren Leuten wieder Orientierung zu geben.

Für diesen Trümmerhaufen also war ich dann doch bereit, Wahlkampf zu machen. Freizeit zu investieren. Geld reinzustecken. Ideen umzusetzen. Dass hat sich, dank Anne Helm und ihren extremistischen Freunden in der Partei, erübrigt. Ich habe mal auf Twitter verfolgt, wie sie von den Extremisten in Schutz genommen wurde, die jedem, der Anne kritisierte, den Austritt nahelegten. Begründung: Die Kritiker seien schließlich in der falschen Partei. Geht es noch??? Auch ich bekam mein Fett ab. Scheiß drauf. Wenn man sowas von diesen hassverblendeten Menschen gesagt bekommt ist es ja schon fast wieder ein Grund, stolz darauf zu sein. Man ist ihnen im Weg. Wahrscheinlich weil man selber denkt, statt sich idiotische Ideologien überhelfen zu lassen und alles nachzuplappern, was irgendein Oberhirnie vorgibt. Aber offensichtlich merken immer noch zu wenige, dass es Extremisten sind, die unsere Partei und die geschaffene Infrastruktur zu übernehmen drohen. Dagegen müssn wir uns wehren.

Da Extremismus jeder Art meinen Werten entgegensteht, kann, darf und will ich keinen Wahlkampf für meine Partei machen. Ich würde nämlich damit eine Extremistin unterstützen und schlimmstenfalls mit dafür sorgen, dass sie ins höchste Parlament kommt. Wenn ich das unterstützen würde, wäre mein Handeln pervers. Und gerade weil Extremismus meinen Werten entgegen steht, bleibe ich trotzdem in der Partei. Ich überlasse denen nicht das Feld.

Alles in allem ist es schade. Ich hatte mich doch auf den Wahlkampf gefreut. Darauf muss ich nun wohl verzichten. Aber vielleicht fängt ja der Bundesvorstand endlich mal an, seinen Job zu machen. Vielleicht bezieht er sogar klar Stellung. Und vielleicht verschwindet Anne ja noch von der Liste, genügend Nachrücker gibt es ja. Dann kann auch ich für meine 48,00 Ero Beitrag wieder richtig Spaß haben und Wahlkampf machen. Vielleicht. Ein bisschen zuviel Vielleicht.

Weitere Links:

http://www.heise.de/tp/foren/S-Notbremse-tut-not/forum-275246/msg-24827732/read/

http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:MiBerG