Was Tsipras macht ist richtig!

imagesSka Keller (B90/Grüne) stellte bei „Hart aber fair“ die alles entscheidende Frage: „Was haben die bisherigen Sparmaßnahmen gebracht?“

Den griechischen Bürgerinnen und Bürgern geht es durch die Sparmaßnahmen zunehmend schlechter. Sie haben vor allem die kleinen Leute und den Mittelstand getroffen. Immer mehr Familien können ihren Kindern keine Pausenbrote für die Schule mitgeben. Zunehmend verzichten Menschen auf ärztliche Versorgung, weil sie sie sich schlichtweg nicht mehr Leisten können. Der  griechische Ärzteverband hat übrigens seine Mitglieder dazu aufgefordert, Patienten auch kostenlos zu behandeln. Hier sehen wir die Tragödie, die die bisherigen Sparzwänge gebracht haben.

Durch unsere Medien geistert seit Tagen, dass jeder Grieche Tausend Euro von seinem Konto abheben würde. Dass klingt nicht nach einem riesigen Kapital über das die Betroffenen verfügen, sondern eher nach dem Monatseinkommen, welches die Leute nun in Bargeld lieber zu Hause haben, weil sie nicht wissen, wie schlimm es denn noch kommt.

Alexander Graf Lambsdorff (FDP) sah eigentlich nur die „schuldige kommunistische Regierung“. Und liegt damit komplett falsch. Schließlich waren es nicht die ach so bösen Kommunisten, die Griechenland in die Pleite führten. Es waren auch nicht die Kommunisten, die Griechenlands Bilanzen fälschten, um dem Land die Aufnahme in die Eurozone zu ermöglichen. Und schon gar nicht waren es die griechischen Kommunisten, welche gegen jeden noch so lauten Rat (fast) aller Experten genau diese Aufnahme in die Eurozone durchdrückten. Diese Jacke darf sich eher der damalige deutsche Kanzler Helmut Kohl anziehen.

Die meisten Durchschnittsbürger haben dass, was jetzt passiert, schon lange vorausgesehen. Nur unsere allwissenden EU-Politiker wollten die Zeichen nicht erkennen. Oder sie mussten erst mal genügend Milliarden verbrennen, um den Banken, die sich mit Griechischen Staatsanleihen verzockt hatten, die Zeit einzuräumen, sich mit möglichst geringen Verlusten aus der Affaire zu ziehen.

Was Tsipras derzeit macht ist richtig. Er will sein Volk entscheiden lassen, ob es denn noch mehr Sparzwänge ertragen kann und will. Gelebte Demokratie also. Aber davor haben die ach so demokratischen Politiker der Europäischen Union scheinbar Angst. Sie haben Angst vor einer Demokratie, die sie doch selbst immer wieder predigen. Und Tsipras hat sogar angekündigt, ein „Ja“ zu den neuen Auflagen akzeptieren zu wollen. In diesem Fall würde er zurücktreten. Ganz demokratisch also.  Und trotzdem bekommen die „Demokraten“ der EU kalte Füße.

Tsipras ist vor allem Ministerpräsident der Griechen. Er handelt im Namen und Auftrag seines Volks. Und was könnte denn schlimmstenfalls passieren? Ein Ausscheiden wäre für Griechenland eine Chance, wenn nicht gar ein Befreiungsschlag. Eine Drachme könnte abgewertet werden, Griechenland könnte billiger als mit dem Euro Waren exportieren, die Wirtschaft sich langsam erholen beziehungsweise neu entstehen. Ein Land mit abgewerteter Währung ist für Investoren, die dort Firmenstandorte eröffnen wollen, genau deswegen interessant. Und wie Tsipras treffend sagte: „Griechenland wird auch ohne Euro überleben. Die Demokratie ist viel älter als die EU.“

Griechenland mit aller Gewalt in der Eurozone halten zu wollen ist ein viel größeres Risiko. Es belastet nämlich die Stabilität des Euros und ist ein fast schon nicht mehr kalkulierbares Risiko. Aber genau dass sagen unsere führenden Politiker nicht. Für sie wäre ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone nämlich vor allem eins: Ein Gesichtsverlust.

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