Armenier, Aramäer, Assyrer… Es war Völkermord!

imagesKurz vor der Abstimmung einer Resolution mit dem Titel „Erinnerung und Gedenken an den Völkermord an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten in den Jahren 1915 und 1916“ im Bundestag üben türkischstämmige MitbürgerInnen Druck auf die Abgeordneten aus. Vor allem auf die mit türkischen Wurzeln. Dem müssen sich alle demokratischen Kräfte entschieden entgegenstellen.

Es reicht nicht, dass die Türkei als Rechtsnachfolger des Osmanischen Reichs den Genozid an Armeniern, Assyrern, Aramäern und anderen Bevölkerungsgruppen bedauert, sie muss auch endlich die Verantwortung dafür übernehmen. Ob es diesem komischen Pascha in Ankara passt oder nicht.

Wie pervers seine Logik und die vieler Türken in der Türkei und auch hierzulande ist, ist einfach unglaublich. Man ist stolz darauf, dass das Osmanische Reich zwei mal militärisch bis vor Wien vorgerückt ist, zuletzt 1683 unter Großwesir Kara Mustafa Pascha, und dabei das christliche Abendland ernsthaft in Bedrängnis gebracht hat. Doch dann gab es nicht nur eine Klatsche auf den Popo, sondern eine komplette militärische Niederlage und den Rückzug. Darüber redet man lieber nicht so gern, das passt nicht ins ach so heroische Selbstbild. Oder man ist stolz auf die Eroberung der Stadt Byzanz durch die Osmanen. Da ist man doch sehr gern in der Rolle des Rechtsnachfolgers.

Andererseits wurden 1915 und 1916 etwa 1,5 Millionen Menschen entweder sofort oder auf Todesmärschen abgeschlachtet. Darüber hüllt man sich am liebsten komplett in Schweigen. Das passt nämlich auch nicht ins nationale Selbstverständnis. Wieso muss man denn auch ausgerechnet in dem Punkt Rechtsnachfolger des osmanischen Reichs sein? Wir wollen nur die Rosinen!

Auch wenn wir von Erdogan nun schon gewohnt sind dass er glaubt fehlerfrei und immer im Recht zu sein: Es geht mir dicht am Arsch vorbei, was dieser Despot will oder erwartet. Ein Mann, der vor den Witzen von 14jährigen Kindern Angst hat und diese verklagt, ein Mann der komplett unfähig ist Kritik anzunehmen, kann als Mensch nicht wirklich ernst genommen werden.

Und doch muss man ihn ernst nehmen. Was haben er und seine AKP denn in den letzten Monaten gemacht? Ich sehe da erschreckende Parallelen zum Deutschland von 1933. Gleichschaltung der Presse, Inhaftierung möglichst vieler missliebiger BürgerInnen, faktische Entmachtung des Parlaments (Ermächtigungsgesetz)… Und alles nur, um seine ganz persönliche Macht zu festigen. Mitläufer und Handlanger gibt es scheinbar genug.

Sogar hierzulande strömen türkische Mitbürger in die Stadien, wenn dieser Despot eine Rede hält. Und auch hier gibt es viele türkische BürgerInnen, die jetzt Drohmails an die Bundestagsabgeordneten schicken um sie dazu zu bewegen, gegen die Resolution zu stimmen. Und wieder stehen wir vor einer Perversion: Diese Leute genießen hier die Demokratie und die Freiheit, die Erdogan in der Türkei abschafft. Und nun drohen sie damit, dass die Annahme der Resolution im Bundestag das Verhältnis zur Türkei verschlechtern würde. Geht es denn noch schlechter? Ich glaube nicht, dass man ein herzliches Verhältnis zu seinem Erpresser haben kann.

Die Urheber des Schreibens, dass türkische MitbürgerInnen nun an Politiker schicken sollen, um gegen die Zustimmung zu der Resolution Druck zu machen, sollten sich fragen, ob sie überhaupt begriffen haben, wen sie zu stützen versuchen. Sie haben den großen Vorteil, in einem demokratischen Land, in Deutschland zu leben. In der Türkei würden sie für so eine Aktion Bekanntschaft mit den Staatsanwälten und gesiebter Luft machen.

Und Erdogan weiß, dass er Druck machen kann. Dass hat er schon bewiesen. Merkel ist in der Causa Böhmermann vor ihm eingeknickt, um ihre schon damals längst verfahrene Flüchtlingspolitik doch noch irgendwie zu retten. Den Pascha darf man nicht verärgern. Aber noch viel schlimmer ist, dass man bei Erdogan nie weiß, was er als nächstes macht. Und diesen Trumpf spielt er aus. Die Türkei ist nämlich auch Natomitglied. Wenn Erdogan also direkt Krieg mit Syrien anfängt, haben wir den Salat. Dann sind wir auch militärisch in der Pflicht.

Es wird Zeit, dem Pascha vom Bosporus seine Grenzen zu zeigen. Sonst wird er immer so weitermachen, irgendwann wäre er nicht mehr zu stoppen. Und der beste Weg wäre, jetzt endlich mal gegen seine Wünsche zu agieren und keine Rücksicht mehr auf seine Befindlichkeiten zu nehmen. Es muss jetzt egal sein, ob er wutentbrannt unsere Bundeskanzlerin anruft und sich wegen der Resolution beschwert. Er ist nicht der Staatschef in Deutschland. Und hier können die Abgeordneten frei entscheiden ob sie zustimmen oder nicht. Und genau dass muss dieser Mann begreifen.

Auch auf die Befindlichkeiten der türkischen Mitbürger dürfen wir in dieser Sache keine Rücksicht nehmen. Auch Deutschland hat als Rechtsnachfolger des so genannten „Dritten Reichs“ den Holocaust anerkannt und wir Deutschen stehen zur Schuld unserer Vorfahren. Warum sollten türkische oder türkischstämmige Menschen das nicht können? Falscher Stolz ist hier völlig fehl am Platze. Und Beleidigungs- oder Erpressungsmails auch. Die zeigen nur, dass die Absender gar nichts, wirklich absolut gar nichts verstanden haben.

Liebe Abgeordnete des Bundestages: Bitte stimmt für diese Resolution!

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Sahra und die Torte – oder wie die Antifa alle linken Strukturen zerstört

images[Edit] Da es bei einigen wenigen ein Missverständnis gab, um welche Antifa es sich in diesem Beitrag handelt: Es sind die so genannten „Antideutschen“ gemeint. Und LINKSRADIKALE Antifas. Ich denke, jedem ist bewusst, dass die Antifa auch aus kirchlichen, gewerkschaftlichen und anderen Gruppen besteht. Jeder und Jede, die sich gegen Faschismus, Rassismus und völkischen Nationalismus positioniert ist ein/e AntifaschistIn! [Editende]

Ich habe die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als Klaus Lederer, Chef der Berliner LINKEn, äußerte, dass er sich über die Neuzugänge in seiner Partei freut. Gemeint waren genau jene Leute aus der radikalen Antifaszene, die zuvor die Piraten zerlegt haben. Zum Beispiel Anne Helm.

Was dann folgte war das bekannte Vorgehen. Zumindest kannte man das, wenn man bei den Piraten im Landesverband Berlin ist und von genau diesen radikalen Antifas permanent – und übrigens wider besseren Wissens – als Fascho diffamiert wurde. Auch bei der LINKEn gab es kurz nach dem Parteieintritt von Anne Helm erste Austritte gestandener Genossen. Zum Teil aus Protest, zum Teil weil sie als gestandene Genossen von den neuen Parteimitgliedern in die rechte Ecke gestellt wurden. Aber Anne Helm hatte ja bereits kurz nach ihrem Parteieintritt kundgetan, die abtrünnigen GenossInnen wieder auf Linie zu bringen.

Heute war nun Sarah Wagenknecht dran, der auf dem Bundesparteitag in Magdeburg eine Schokoladentorte ins Gesicht geworfen wurde. Dass das eine Gewalttat ist steht völlig außer Frage. Und auch im Netz war die Empörung groß. Als Frau Wagenknecht sich im Hotel umgezogen hatte und zum Parteitag zurückkehrte gab es riesigen Applaus. Der weitaus größere Teil ihrer Partei zeigte sich mit ihr solidarisch, auch wenn sie Positionen geäußert hatte, die nicht auf Parteilinie sind. Zum Beispiel die, dass wir nicht alle Flüchtlinge aufnehmen können.

Damit, dass sich der größte Teil ihrer Partei mit Wagenknecht solidarisierte und den Tortenwurf verurteilte, hatten die Leute der Antifa natürlich nicht gerechnet. Wie auch? Ihnen fehlt schon jegliche Intelligenz um zu begreifen, was sie seit Jahren in der linken Szene anrichten, wie sie die linken Strukturen zerstören.

Ich zum Beispiel war am 09.05.2015 auf einer Antinazidemo am Berliner Hauptbahnhof. Auf einer ANTI-NAZI-DEMO!!! Während ich also gegen rechtes Gedankengut demonstrierte wurde von einem so genannten „Antifaschisten“ ein Tweet abgesetzt, in dem ich als Fascho dargestellt wurde. Er muss mich dort gesehen haben, mir ist er aber völlig unbekannt. Der Gerichtsprozess gegen ihn ist in wenigen Tagen. Aber seitdem gehe ich nicht mehr auf Demos, wo ich Antifa zu vermuten habe. Ich möchte nicht mit Menschen gemeinsam gegen etwas kämpfen, die mich und Andere wider besseren Wissens diffamieren oder beleidigen.

Und genau dass ist es, was diese angeblichen „Antifaschisten“ nicht begreifen, weil dafür ihr durch Ideologie stark begrenzter Horizont nicht ausreicht.

Antifas sind auch zu wirklichen Diskussionen nicht in der Lage. Sobald sie die Argumente Andersdenkender nicht mehr widerlegen können, beschimpfen sie Den- oder Diejenige halt als Nazi, Faschist oder sonstwas feines. Und verschrecken damit eher Leute als dass sie damit Verbündete finden.

Ich glaube es war im März, als wieder am Berliner Hauptbahnhof Bärgida aufmarschierte und die Gegendemo gerade mal um die 30 Leute betrug. Dabei hatte man über mehrere Kanäle versucht, Leute zu mobilisieren. Aber alleine aus meinem persönlichen Umfeld als auch durch etliche Twitterposts mir zum Teil völlig Unbekannter weiß ich, dass immer mehr Menschen nicht mit der Antifa in Verbindung gebracht werden wollen. Also meiden auch sie Demonstrationen gegen den erstarkenden rechten Spuk, wenn zu vermuten ist, dass da auch Antifa auftaucht.

Die Lügerei der Antifa scheint sowieso keine Grenzen zu kennen wenn man glaubt, damit der eigenen Sache zu dienen. Man bauscht (zugegebenermaßen nicht ohne Grund) die Zunahme rechter Gewalt hoch, verschweigt dabei aber, dass die Anzahl linksextremistisch motivierter Gewalttaten um ein vielfaches höher liegt und schneller steigt. Im Namen der Menschlichkeit werden Körperverletzungen begangen, Polizisten werden in der Berliner Rigaer Straße, auf Demonstrationen oder anderen Gelegenheiten angegriffen, und wenn unschuldige Passanten dabei zuschaden kommen sind das halt Kollateralschäden im Kampf für die „gerechte Sache“.

Oder man tut sich mit obskuren „Feministinnen“ zusammen, die unter #aufschrei oder #imZugpassiert Lügengeschichten verbreiten und gegen (ausschließlich) weiße Männer hetzen. Dann wundert man sich, wenn das Netz sich darüber lustig macht und diese Lügen auch als solche enttarnt…

Andererseits kann man als Antifagirl (Anne Helm) auch mit nacktem Busen, auf dem „Bomberharris do it again“ steht, in Dresden für Aufsehen sorgen und somit die Opfer des Bombardements der Stadt verhöhnen. Übrigens am Gedenktag des Bombardements. Hat auch nicht gerade für Verständnis in der Bevölkerung gesorgt.

Ja. Genau so macht man Wahlkampf für die AfD, die NPD, den Dritten Weg… Macht weiter so. Die Piraten, eine tendenziell linke Partei haben sie schon zerlegt, die Partei beginnt sich aber langsam zu erholen. Jetzt ist die LINKE dran, danach die Grünen, dann die MLPD… Und irgendwann sind im Namen der linken Sache alle linken Strukturen zerstört.

Wie faschistoid es selbst innerhalb der eigenen Reihen abläuft zeigt folgendes Beispiel: Nach der zweiten Landesmitgliederversammlung der Berliner Piraten 2014 saß ich noch mit einem Parteifreund in einer Kneipe. Er selbst gehört zur Antifa oder er zählt sich zumindest dazu. Wir sprachen über die von mir oben angesprochenen Probleme, er gab mir sogar in den meisten Punkten Recht. Auch war ein in der Partei sehr umstrittenes Mitglied Thema. Ich kenne dieses umstrittene und als Faschist diffamierte Mitglied ziemlich gut und bot dem Antifa(piraten) an, doch mal ein gemeinsames Treffen zu organisieren. Dann hätte er schnell gemerkt, dass der gute Mann alles andere als ein Nazi ist. Aber der Antifa(pirat) lehnte mein Ansinnen mit der Begründung ab, dass – wenn das rauskommen würde – er von seiner Antifatruppe gemieden werden würde… Wer aber zu faschistoiden Methoden greift kann unmöglich Antifaschist sein! Da können diese Leute zehnmal der Meinung sein, nur man selbst habe das Recht, sich den Orden „Antifaschist“ an die Brust zu heften.

Nun steht es jedem frei, über diese Zeilen nachzudenken und selbst die richtigen Schlüsse zu ziehen. Der LINKEn wünsche ich von ganzem Herzen, dass sie diese Leute schnellstmöglich wieder los wird.