Niemand braucht die Frauenquote!

Der Satz „Frauen an den Herd“ ist schon längst nicht mehr aktuell. Nur noch Ewiggestrige sehen dass so. Und die wird man wohl schwerlich ändern können. Aber sie stellen zum Glück eine vom Aussterben betroffene Spezies der Gattung Mensch dar.

Andererseits halten sich Mitglieder meiner Partei für „progressiv“, die, zumeist dem Genderwahn verfallen, unbedingt eine Frauenquote fordern und damit genau dass zu erreichen suchen, wogegen sie doch eigentlich sind: Eine Ungleichbehandlung der Geschlechter. Oder eine „Verzerrung des Wettbewerbs“ der selben. Sie wollen ein Unrecht durch ein neues ersetzen.

Wenn Frauen nur deshalb Führungspositionen bekommen, weil sie weiblichen Geschlechts sind, stellt dass automatisch ihre Qualifikation infrage und ist, nebenbei bemerkt, eine Diskriminierung der männlichen Mitbewerber. Ich glaube nicht, dass das im Sinne der Frauen ist, die karrierebewusst ihrem Beruf nachgehen. Und karrierebewusste Frauen gibt es. Frauen, die beweisen wollen was sie können. Frauen, die aufgrund ihrer Leistung ernst genommen werden wollen und nicht dafür, dass sie die biologische Voraussetzung mitbringen, weiblich zu sein.

Die Welt ändert sich rasanter denn je. Und mit ihr die Selbstwahrnehmung der Geschlechter. Frauen streben immer öfter Führungspositionen an, Männer nehmen Erziehungsurlaub, die Gleichberechtigung entwickelt sich auch so. Im Übrigen: (Man mag es nicht glauben!) Wir haben eine Frau als Bundeskanzlerin.

Nur eben ein paar „progressive“ sind der Ansicht, dass es nicht schnell genug geht. Sie bemerken dabei nicht mal, dass sie mit der Forderung nach einer Frauenquote die Gleichberechtigung ad absurdum führen. Es ist ihnen auch scheißegal, Hauptsache, sie haben wieder was gefunden, wofür sie demonstrieren und verrückte Forderungen stellen können.

Sicher: Auch ich wünsche mir mehr Frauen in Führungspositionen. Aber es gibt genug Beispiele aus der Wirtschaft die beweisen, dass sich einfach oft zu wenig Frauen um eine Position bewerben. Beispiele, in denen Unternehmer gezielt auf der Suche nach weiblichem Führungspersonal waren, weil sie der Ansicht sind, dass Frauen einfühlsamer und oft erfolgreicher Verhandlungen führen als Männer dass jemals könnten. Bei der Suche ist es aber auch oft geblieben. Meist sind es nämlich Männer, die bei gleicher Eignung das Selbstvertrauen mitbringen, sich um eine Führungsposition zu bewerben und im Personalgespräch dann auch sagen „Ich kann dass!“.

Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer begraben: Das Selbstvertrauen von Frauen muss bereits im Kindesalter gefördert werden. Von Jungs erwartet man, dass sie lernen, sich durchzusetzen. Wenn ein Mädchen zurückschlägt heißt es, dass ein Mädchen sowas nicht macht, es würde sich halt nicht gehören. Kein Wunder, wenn aus diesen Mädchen dann Frauen werden, die eher zurückstecken anstatt sich durchzusetzen oder selbstbewusst um eine Position zu kämpfen.

Es handelt sich hier um ein generelles, gesellschaftliches Problem bereits in der Erziehung. Gesellschaftliche Irrwege wurden jedoch noch nie durch Quoten korrigiert oder abgeschafft, sondern dadurch, dass erst wenige, dann immer mehr Menschen das Denken der Gesellschaft beeinflusst und dadurch verändert haben. Und die Gesellschaft hat sich, auch dank des Internets, in den letzten Jahren rasant verändert. Auch das Denken der Menschen.

Ich habe übrigens, bevor ich diesen Artikel schrieb, mit Frauen gesprochen, sie gefragt, wie sie die Sache mit der Frauenquote sehen. In Berlin habe ich mit Arbeitskolleginnen gesprochen, jetzt in Polen mit polnischen Bekannten weiblichen Geschlechts. Übereinstimmung gibt es in einem Punkt: Eine Frauenquote braucht man nicht. Die Frauen, mit denen ich mich in Berlin und in Polen unterhalten habe, würden eine Quote zum großen Teil sogar als Beleidigung ihrer Leistungen betrachten, die sie erbrachten oder erbringen und durch die sie in ihren jetzigen Positionen sind.

Im Übrigen: Hat schon mal wer als Mann versucht, eine Stelle als Sekretär zu bekommen? Dieses Unterfangen ist (fast) Chancenlos. Ich kann ein Lied davon singen. Gesucht werden Frauen, auch wenn dass aus den Stellenausschreibungen so nicht hervorgeht. Und da haben wir sie wieder: Die Ungleichbehandlung der Geschlechter. Würde da eine Quote helfen? Sicher nicht. Chefs sind in ihrer Entscheidung frei. Eine hübsche Frau im Vorzimmer macht halt mehr her als ein grobschlächtiger Mann. Und kurioser Weise war Sekretär früher ein Männerberuf. Somit haben also Frauen schon mal wenigstens eine Bastion übernommen. Weitere werden folgen. Auch ohne blödsinnige Quote, die sich selbst ad absurdum führt. Diese Quote braucht die Welt nicht! Was die Welt braucht, sind selbstbewusste Frauen und eine Gesellschaft, die kleinen Mädchen und jungen Frauen genau dieses Selbstbewusstsein mit auf den Weg gibt. Und eher dafür sollten sich PiratInnen einsetzen, anstatt in den Wahn der Grünen zu verfallen und alles durch irrsinnige Verbote, Gesetze, Verordnungen und Quoten regeln zu wollen.

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