Israels Problem mit der Antifa

Wenn ich einen Freund habe, der im Begriff ist, einen Fehler zu machen, habe ich die Pflicht, ihn darauf hinzuweisen. Sonst bin ich kein Freund, sondern jemand, der einen Kumpel ins Unglück laufen lässt. Und genauso ist dass umgekehrt bei mir: Ich erwarte von meinen Freunden, dass sie mich warnen wenn ich dabei bin, eine Dummheit zu begehen.

Anders ist das bei der Antifa. Die Antifa wird Israel in den höchsten Tönen loben, selbst wenn dieser Staat im Begriff ist, einen riesigen Fehler zu machen oder – schlimmer noch – sich politisch ins Abseits zu schießen.

Unsere (antideutsche) Antifa hat Israel gelobt, als im Gazastreifen Tausende zivile Opfer zu beklagen waren, weil Israel mit brachialer Gewalt gegen die Hamas vorging. Kriegsverbrechen übrigens inklusive. Es kam der (antideutschen) Antifa nicht mal ansatzweise in den Sinn, Israel zur Mäßigung aufzufordern. Genau das aber taten sogar die engsten Verbündeten Israels: die USA und Deutschland. Dieses und viele andere Beispiele belegen, dass die (antideutsche) Antifa absolut kritikunfähig ist, wenn es um Israel geht.

In der (antideutschen) Antifa hat Israel keine Freunde, sondern Leute, die alles gutheißen, was der Staat Israel macht. Selbst die größten Fehler werden idiotisch mit frenetischem Applaus bejubelt, die größten Verbrechen werden zu heroischen Heldentaten umgedeutet und sowieso ist alles toll was Israel macht.

Statt dessen werden diejenigen, die eigentlich den Job von wahren Freunden machen, als Antisemiten, Faschisten, Nazis oder Rassisten diffamiert. Nämlich diejenigen, die Israel vor Fehlern bewahren wollen. Diejenigen, die nicht wollen, dass Israel Schaden nimmt, sei es politisch, wirtschaftlich oder gesellschaftlich.

Die (antideutsche) Antifa wirft den Warnern vor, das Existenzrecht Israels infrage zu stellen. Sicher, nicht alle Warnungen an Israel sind auch israelfreundlich gemeint. Die Meisten aber schon. Und ich persönlich habe nie das Existenzrecht des Staates Israel infrage gestellt. Dieser Staat ist die vernünftigste Konsequenz aus den Verbrechen der Nazis an den Juden.

Aber ich stelle auch das Existenzrecht palästinensischer Zivilisten nicht infrage, die ebenfalls ein Recht zu leben haben. Nicht alle Palästinenser sind Hamas-Unterstützer. Und es waren Bilder getöteter palästinensischer Kinder, die den Ruf Israels in der Welt geschädigt haben. Israels Freunde haben damals zur Mäßigung gerufen.

Die (antideutsche) Antifa würde vor lauter Mitläufertum Israel ins größte Verderben rennen lassen. Ohne Warnung. Ohne selbst die kleinste Hilfe, einen Fehler zu korrigieren. Mitläufertum wie es übrigens im dritten Reich an der Tagesordnung war. Und gerade dass macht die (antideutsche) Antifa zu den gefährlichsten Feinden Israels.

Übrigens: Dadurch, dass die (antideutsche) Antifa den Kampf Israels mit allen Mitteln gegen die Palästinenser begrüßt, dadurch, dass sie rücksichtsloses Vorgehen gegen die palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen befürwortet, outen sich diese „Antifaschisten“ als faschistoide Rassisten. Klingt paradox, ist aber so.

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Israel vs. Palästina: Keiner ist im Recht!

Wer ist im Recht? Israel? Durch den Militäreinsatz kommen immer mehr unbeteiligte palästinensische Zivilisten ums Leben. Die Hamas? Benutzt genau diese Zivilisten als Schutzschild für ihre Raketenwerfer, feuert aus dicht besiedelten Wohngebieten.

Wer ist im Recht? Israel? Durch den Militäreinsatz kommen immer mehr unbeteiligte palästinensische Zivilisten ums Leben. Die Hamas? Benutzt genau diese Zivilisten als Schutzschild für ihre Raketenwerfer, feuert aus dicht besiedelten Wohngebieten. 

Vorab: Dieser Artikel dient nicht der Wertung, wer hier im Recht ist. Denn diese Frage stellt sich schon lange nicht mehr, eher die Frage, wie das Schlachten eingestellt und dauerhaft verhindert werden kann. Und genau darüber sollten sich unsere PolitikerInnen mal den Kopf zerbrechen. Die Verurteilung irgendeiner der an diesem Konflikt beteiligten Parteien hilft definitiv niemandem. Sie schürt nur Ressentiments.

Israel versucht, seine Bürger vor Angriffen von außen zu schützen. Da könnte sich doch unsere Bundesregierung mal eine Scheibe abschneiden. Schließlich haben auch unsere RegierungsvertreterInnen darauf ihren Amtseid abgelegt. Gut: Es ist eine Sache, seine BürgerInnen vor Raketenangriffen von außen zu schützen, eine andere ist es, gegen Spionageangriffe auf die schutzbefohlenen BürgerInnen von außen und innen vorzugehen. Aber dass nur so nebenbei.

Die Hamas hingegen muss die Versorgung der Menschen im Gazastreifen sicherstellen und will einen eigenen unabhängigen Staat. Und sie tritt für die Beseitigung des Staates Israel ein, als ob dass die Lösung aller Probleme wäre. Den Punkt mit dem eigenen Staat kann ich bedenkenlos unterschreiben, den der Beseitigung des Staates Israel absolut gar nicht.

Sogar immer mehr Israelis scheinen der Meinung zu sein, dass die Hardliner in der eigenen Regierung einem Friedensprozess im Wege stehen. Nur derzeit werden sie nicht gehört, zu radikalisiert sind jetzt auch die meisten BürgerInnen Israels.

Viel Aggressionspotenzial könnte wahrscheinlich durch die Gründung eines eigenen, international anerkannten, palästinensischen Staates beseitigt werden. Aber dazu bedarf es der Hilfe der internationalen Gemeinschaft. Doch was passiert? Richtig. Nichts.

Die UNO verurteilt zwar den Beschuss von Schulen, in denen sich Flüchtlinge, vorrangig Kinder, befinden. Aber tut sie irgendwas? Nein. Die USA wollen weitere Waffen an Israel liefern, um damit den eigenen Rüstungsbetrieben einen Gefallen zu tun und die Mordmaschinerie am Laufen zu halten.

Der Beschuss von Schulen wäre natürlich zu verurteilen, gäbe es da nicht einen Haken: Wenn in diesen Gebäuden Waffen gehortet und von dort aus Raketen abgefeuert werden, sind sie auch militärische Ziele. Und hier kommen wir zur Infamie der Hamas: Sie missbraucht Zivilisten, nämlich palästinensische Männer, Frauen und leider Gottes auch Kinder, als menschliche Schutzschilde. Und ist sich dabei der medialen Wirkung bewusst, die die Bilder von toten Frauen und Kindern international auslösen. Die Hamas nutzt Zivilisten, um dem Ansehen Israels zu schaden. Was in den Medien dabei verschwiegen wird ist, dass dies das Handeln von Terroristen ist.

Und was tun die Medien und die Politiker hierzulande? Sie gehen genau in diese Falle und verurteilen Israel dafür. Aber was sollen die Israelis bitte machen? Haben unsere Politiker dafür Ideen? Offensichtlich nicht. Und die Hamas hat gar keine andere Wahl: Sie kämpft den Kampf David gegen Goliath. Was jetzt nicht bedeutet, dass ich die Strategie für gut befinde, Menschen als Schutzschilde zu missbrauchen und aus dicht besiedelten Wohngebieten oder gar aus Schulen voller Flüchtlingen Raketen abzufeuern. Im Gegenteil.

Ich persönlich finde die Waffengewalt Israels gegen die Palästinenser zwar auch überzogen. Aber eine Lösung, wie es mit geringeren Mitteln geht, habe ich auch nicht. Verhandlungstisch? Würde vielleicht was bringen, wenn auf beiden Seiten die Hardliner in den Regierungen verschwinden. Aber bisher hat sich auch immer wieder gezeigt: In „Friedenszeiten“ hat die Hamas Tunnel gegraben, um neben Versorgungsgütern auch massenhaft Waffen nach Palästina zu schaffen, mit denen dann Israel immer wieder beschossen wurde.

Sicher: Oft genug waren israelische Siedler daran schuld, die mehr oder weniger legal neue Siedlungen auf Palästinensergebiet errichteten. Aber dass kann kein Grund für Waffengewalt sein. Wenn ein Pole auf deutschem Gebiet illegal ein Haus bauen würde, würde die Bundeswehr ja auch nicht gleich Warschau beschießen. Zumindest hoffe ich dass. Aber auch das komplette Abriegeln des Gazastreifens seit 2006 schürt die Kriegsgelüste der Hamas-Hardliner. Diese Abriegelung erfolgte damals, weil die israelische Regierung den Ausgang demokratischer Wahlen für doof befand. Die dadurch forcierte katastrophale Versorgung der Menschen im Gazastreifen radikalisiert diese jedoch erst und treibt sie in die Arme derer, die Besserung versprechen. Und dass ist nun mal die Hamas.

Die Hamas muss die Versorgung der Menschen sicherstellen, um die öffentliche Ordnung und damit ihre Macht aufrecht zu erhalten. Das wiederum verhindert Israel aber durch die Totalblockade und zwingt die Hamas zu Tunnelbau und Schmuggel. Denn sonst gäbe es Aufstände, die Menschen wollen schließlich was zu beißen haben. Und die sehen, dass die Hamas alles erdenklich Mögliche versucht, sogar etliche Tunnel gräbt, um Versorgungsgüter (und Waffen) einzuschmuggeln. Die absurde Logik: Mit der kompletten Abriegelung des Gazastreifens versucht Israel, die Macht der Hamas zu destabilisieren und macht sie dadurch nur noch mächtiger.

Aber wie können die Palästinenser ohne Waffengewalt dagegen vorgehen? Ich halte hier die Einrichtung einer unabhängigen Kommission für sinnvoll, die von beiden Seiten anerkannt wird, bei der beide Seiten Beschwerden einlegen können und die auch mit Entscheidungsbefugnissen ausgestattet ist. Eine Kommission, die auch über die Möglichkeiten verfügt, die gefällten Entscheidungen durchzusetzen. Der UNO ist doch schon lange das Gebiss aus dem Maul gefallen.

Vor allem aber braucht es Verständnis von beiden Seiten. Gegenseitige Akzeptanz und den Willen, friedlich und kooperierend in guter Nachbarschaft zusammenzuleben. Aber dass dürfte wieder in weite Ferne gerückt sein. Durch die Schuld der Hardliner beider Seiten und und zuungunsten der Zivilisten. Seien sie Israelis oder Palästinenser. Jedes Opfer ist eins zuviel.

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